Doppelzaun an der Kunstgrenze soll vom Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) sofort abgebaut werden.

Die Kunstgrenze ist ein Symbol der freundschaftlichen Beziehung zwischen Deutschland und der Schweiz. Durch den doppelten Maschenzaun wird das Kunstwerk jetzt zu einem Symbol der Angst, Abschreckung und Abgeschiedenheit. Für Künstler Johannes Dörflinger ist die Einsperrung seiner Skulpturen ein Alptraum:  Als ob man zu Corona-Zeiten einen Spuck-Wettbewerb austragen wollte. Auf der einen Seite der Gitterzäune Lamas und auf der anderen Seite Alpakas, die ihre Viren verbreiten wollen.  Doch es ist ja nur ein Alptraum. Am Grenzzaun treffen sich vor allem Familien und Paare, die sich sehen und umarmen wollen. Wegen der Grenzschliessung aber nicht dürfen.

Der doppelte Zaun ist gemäss Dörflinger Stiftung nicht nur eine unangemessene Schutzmassnahme gegen die Ausbreitung von Covid-19, sie verletzt auch die Urheberrechte des Künstlers. Deshalb fordert die Dörflinger Stiftung beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) den sofortigen Abbruch des Zauns auf Schweizer Seite. Bei der Stadt Kreuzlingen hatte die Stiftung bereits vor einer Woche darum gebeten, dass der Zaun bis zum 14. April 2020 wieder entfernt wird.

Gemäss BV 185 ist die Errichtung eines zweiten Zauns entlang der Kunstgrenze nicht verhältnismässig, zumutbar und notwendig, Die erforderliche Absperrung der EU-Aussengrenze erfolgte bereits am 16. März. Um grosse Menschenansammlungen in Kreuzlingen zu vermeiden, hätte stattdessen das komplette Seeufer abgesperrt werden müssen. Und nicht nur die Grenze zu Deutschland.

Die Errichtung des doppelten Zauns hatte vor allem in Deutschland zu einer enormen Medienresonanz geführt,  mit Tausenden von  Kommentaren in den sozialen Medien. Die Stiftung weist darauf hin, dass durch diese Massnahme auch die Urheberrechte (URG Art 67) des Künstlers verletzt wurden. Ob das jetzt gültige Notrecht soweit gehen darf, ist fraglich. Es entspricht ja so zu sagen einer „Entartung der Kunst“.

Traurig. Durch diese einschneidende Massnahme sind viele Menschen an der Grenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz, zwischen Deutschland und der Schweiz betroffen und leiden. Zum Schutz der Bevölkerung. In diesem Zusammenhang weist die Stiftung auf die Petition „Grenzen öffnen für binationale Paare und Angehörige 1. Grades“, welche sich in der Euregio Bodensee an alle entsprechende Bundesämter richtet.

Kann man den Bundesrat aufhalten, wenn er zu weit geht?  Bei der aktuellen Situation an der Kunstgrenze sei er definitiv zu weit gegangen, meint die Stiftung.

Müssen wir jetzt einfach nur warten, ausharren, leiden und wieder von besseren Zeiten träumen. 

Und der Vergangenheit nachtrauern:  Zum Beispiel als die Kunstgrenze bei der 22. Vollversammlung des Europarates im Palais de l'Europe in Straßburg als Dokument für ein freies Europa ohne Grenzen - und als Meilenstein in der Geschichte der nachbarschaftlichen Beziehung der beiden Länder Deutschland und Schweiz - gewürdigt wurde.  „Aufbruch zu einer neuen Grenzkultur“, lautete die Ansprache der damaligen Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz zur Einweihung der Kunstgrenze. Ihre Rede kann noch heute auf www.admin.ch heruntergeladen werden. Müsste diese jetzt nicht umgeschrieben werden, nach diesem massiven Angriff auf die Kunst?

(Facebook: Meine Kunstgrenze / my artborder)

 

 

Florian Schwarz in der Kunstgrenze Galerie

Glosende Gegendämmerung //Im Schatten der Erde
Namenlose Farben // Formen ohne Gestalt
 
 
Ausstellungseröffnung: Freitag, 24. Januar 2020, 18.30 Uhr
Kunstgrenze Galerie Konstanz, Kreuzlingerstrasse 56
 
 
 

Helmut Wenczel. Sternbilder der anderen Art.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 24. Januar, 18.30 Uhr sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen.
Kunstgrenze Galerie, Kreuzlinger Strasse 56, Konstanz

Helmut Wenczel arbeitet vorwiegend seriell und mit dem Hell-Dunkel-Kontrast. Eigentlich ist er ein Forscher, der sich der künstlerischen Ausdrucksfähigkeit bedient, um seine Erfahrungen damit zu dokumentieren.
Seit einigen Jahren dringt Helmut Wenczel aquarellierend ins Weltall vor, er bewegt sich immer weiter in diese Unendlichkeit hinein und erschafft strahlende galaktische Welten in tiefster Dunkelheit. Er lotet den Raum und seine Begrenzungen aus. Wie ein Wissenschafter sucht er nach Erklärungen, wie der Kosmos entstand, der sich stetig weiter verändert und wir in ihm. Ganz zentral auch die Frage: Gibt es weiteres Leben in diesem nicht überschaubaren Gefüge? Er selbst fühlt sich als Existenz, die sich auch aus Sternenstaub von fernen Galaxien zusammensetzt und so mit ihnen verbunden ist.
Helmut Wenczel arbeitet während Monaten an einem Bild. Er beginnt mit der hellsten Stelle, die er mit feinen Pinselstrichen nach und nach ausformt. Langsam wird schwarz immer mehr verdichtet zu einer geheimnisvollen Dunkelheit, welche die nicht fassbare Tiefe des Universums wiedergibt.
Vorlagen für seine Arbeiten sind Fotografien vom Hubbel-Teleskop. Ausschnitte davon überträgt er frei aufs Papier. Während des langanhaltenden Malprozesses verändert sich das Bild zusehends, neue Sterne werden geboren, andere verlöschen, so wie sich das bis heute im Universum abspielt. Er schafft sich die Welt neu und er bringt aufs Papier, wie sich der Kosmos in seinem Inneren abbildet, losgelöst von der Materie. 

Text von Barbara Fatzer, Kartause Ittingen

 

Noch ein Stern

Ausstellungseröffnung: Freitag, 24. Januar 2020, 18.30 Uhr
Kunstgrenze Galerie, Konstanz, Kreuzlinger Strasse 56

 

Milliarden von Sternen im Universum und bald „Noch ein Stern“ in der Kunstgrenze Galerie Konstanz. Das Thema der aktuellen Ausstellung.

Vier Künstler waren als Sternenfänger unterwegs und haben gezeichnet, gemalt und geformt. So unterschiedlich ihre Kunstwerke auch sind, gemeinsam ist der Ausdruck von Tiefe und Unendlichkeit.         

Wenn Helmut Wenczel die Lichtjahre in eine plastische Form bannt, scheint sich auf dem Papier die Zeit mit der räumlichen Unendlichkeit zu einem Kunstwerk zu verbinden. Thematisch hat sich der Künstler schon seit Jahren dem Weltall zugewandt. Der Nachthimmel spiegelt sich in seinen Bleistiftzeichnungen und Aquarellen.

Florian Schwarz richtet seinen Blick und die Kamera in die Nähe und Ferne, auf das Diesseits und Jenseits. Beim Besuch der weltweit vernetzten Observatorien fragt er „Was erfährt man in den Tiefen des Weltalls? Was im Antlitz eines Menschen?“ Die Antwort liegt in seinem 2019 erschienenen Kunstbuch „a handful of dust“, das vom Deutschen Fotobuchpreis mit Silber ausgezeichnet wurde.

Nebst Tausenden von Sternen in Acryl nähert sich Johannes Dörflinger dem Thema auch poetisch: stars for artist / far away / but dust in your mind / to shape a new garden door / for the old paradise.

Maren Maurers Werke assoziieren ein Kaleidoskop von Deutungen; poetisch und leicht in der Anmutung, kraftvoll und gewichtig in der Umsetzung. Vielleicht noch ein Stern am Kunsthimmel.

 

 

Ausstellungseröffnung:

Freitag, 24. Januar 2020, 18.30 Uhr

Kunstgrenze Galerie, Kreuzlinger Strasse 56, 78462 Konstanz

 

Dauer der Ausstellung:

  1. Januar bis 30. März 2020

 

Affenallerlei in der Kunstgrenze Galerie

Das gefällt bestimmt nicht nur den Affen! Die Skulpturen von Heike Endemann sind bewusst aus Maulbeerbaumholz gearbeitet.  Denn Blätter und Früchte von Maulbeerbäumen werden von vielen Affenarten als Nahrung genutzt. 

Die abgebildeten Skulpturen enthalten neben Holz auch Papier: Folia Primatologica, die Zeitschrift der europäischen Gesellschaft für Primatologie, die sich u.a. mit der Biologie, dem Sozialverhalten und dem Schutz unser nächsten Verwandten befasst.